back in Switzerland

Seit genau einer Woche sind wir zurück in der Schweiz, seufz… Der Start ist etwas holprig, aber wir werden uns schon zurechtfinden.

Vor fast drei Wochen, als wir das letzte Mal geschrieben haben, verliessen wir Cincinnati Richtung Philadelphia. Das Wetter war wunderschön und angenehm warm, schluchz… Ömel bei Tag. In der Nacht sah das Ganze etwas anders aus: Bei der Übernachtung in einem Wald starben Nora und Madeleine vor Kälte und ebenfalls Zelt Judy am nächsten Morgen. Wir mussten sie wegen übertriebener Nässe einschläfern und kremieren, heul! Dies brach Nora das Herz. Weil es so kalt war, fuhren wir früh los und sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang. In Philadelphia wohnten wir im Hostel und gingen am Abend ans Eishockeyspiel Flyers gegen Pittsburgh Penguins. Dort wurden wir als „poor assholes“ bezeichnet, was den Gesamteindruck des Abends etwas dämpfte. Trotzdem hatte Madeleine wahnsinnig Freude am Spiel.

Am nächsten Tag fuhren wir zu einem Couchsurfer, wo wir die zweite Nacht in Philadelphia verbrachten. Mit ihm und seiner Freundin gingen wir an eine Freakshow. Dort wurde anderem gegigampft auf einem Mann, der auf einem Nagelbrett lag, Feuer geschluckt im BH, Schnippeldippel bohrte sich mühsamst Nadeln durch die Nase und weinte und blutete dabei. Prinzessin Mens und Königin Periode hatten ebenfalls ihren Auftritt. Der Höhepunkt ist nicht in Worte zu fassen. Nur so viel: Je nach Geldbetrag durfte der Clownmaus die Banknote an einen bestimmtem Körperteil getackert werden.

Wir fuhren dann weiter nach Washington DC. Dort suchten wir nach dem Weissen Haus, fanden aber den Schnäbel und das Capitol. Dort schossen wir Terroristenfotos und sonstige gelungene Bilder. Madeleine kletterte tollkühn auf Statuen herum, welche die tragischen Szenen vom amerikanischen Bürgerkrieg darstellten.

Schliesslich fanden wir doch noch Obames Zuhause, das Weisse Haus. Der Empfang liess zu wünschen übrig. Weil es nicht, wie versprochen, ein Raclette gab, assen wir dann in der Küche der Jugi ein Fondue, inmitten einer Horde boy scouts, die uns danach grosszügig alles abwuschen.

Die letzte Nacht vor Kingston verbrachten wir in Newburgh in einem Cabin. Trotz Verbot kochten wir drinnen, was den Rauchalarm auslöste. Nach kurzer Aufregung beruhigten wir uns wieder und konnten doch noch fertig kochen und essen. Später fuhren wir mit Hilfe von der lieben Gina zum nächsten Kino, wo wir Tickets für „St. Trinians“ kauften und vorher noch schnell ins Starbucks wollten. Wir fragten Gina, wo das nächste sei, aber sie gab einfach keine Antwort mehr. Sie war gestorben. Tot. Wir versuchten alles, um sie wiederzubeleben, wir beatmeten sie, machten eine Herzrhythmusmassage, aber alles war vergebens. Der Schmerz war unendlich. Und wir verfuhren uns auf der Stelle. Nur mit viel Glück fanden wir wieder zum Kino. Der Film war sehr lustig, und wir waren ganz allein im Kinosaal.

Am 12. Oktober fahren wir wieder nach Kingston, um Jackie zu leeren und putzen und am nächsten Tag abzugeben. Stück für Stück entliessen wir alle unsere Mitarbeiter, einige erhielten eine fristlose Kündigung, was uns alles andere als leicht fiel. Adolf musste als erstes gehen, mit dem Abfall. Mitarbeiter wie Kocher Michel oder Elsbeth und Erika fielen in den Sozialplan, für sie wurde eine Übergangslösung gefunden. Sie dürfen weiterhin in Kingston tätig sein, wenn auch mit reduziertem Pensum von ca. 2%. Die Mitarbeiterin des Monats, Trudi, durfte mit in die Schweiz kommen und hat garantiert in den nächsten zwei Tagen einen Job. Die einsame Ingrid durfte ebenfalls visumfrei mit einreisen und hat einen Teilzeitjob von 2%. Somit hat sich unsere Ferienfabrik langsam aufgelöst, der Ruin stand kurz bevor.

Das wertvollste und wichtigste Stück der Fabrik, Jackie, musste am nächsten Tag daran glauben. Zusammen mit Lena und Steissi fuhr er zurück zu seinem früheren Arbeitgeber Hertz. Mit Tränen in den Augen mussten wir Abschied nehmen, nachdem wir noch für 32 Cent getankt hatten. Zum Trost kauften wir uns neue Mitarbeiter. Rollkoffer Hofer Hanelore, Täschchen Hofer Hanni und Necessaire Hofer Hanneli.

Das Ende unserer Reise wollten wir in New York verbringen. So fuhren wir nostalgisch mit dem Bus durch die traumhaft bunte Herbstlandschaft in die grosse Stadt. In New York stiefelten wir herum, das Wetter war zum kotzen, eiskalt und regnerisch. Wir shoppten verzweifelt (Wir dürfen nicht nach Hause, ohne dass Nora neue Schuhe gekauft hat!) und erfolgreich.

Am letzten Abend fuhren wir nach White Plains zu Ollies und Marlenas Eltern in deren tolles Künstlerhaus. Wir wurden lecker bekocht und verbrachten einen gemütlichen Abend.

Den späteren Abend verbrachten wir lustig mit Deutschen im Hostel. Er endete aber sehr unlustig, in einer kleinen Tragödie, weil das Ende jetzt da war, schluchz!

Am nächsten Morgen fuhren wir mit nervösen Mägen und sehr starken und heftigen Gefühlsschwankungen an den Flughafen. Der Flug war unangenehm und verstärkte den unendlichen Abschiedsschmerz von unserem wunderbaren, einzigartigen, unvergesslichen, unfasslichen, himmlischen, fabelhaften, herrlichen, bezaubernden, atemberaubenden, einmaligen, grandiosen, abgöttischen, fantastischen, abenteuerlichen und märchenhaften Roadtrip.

Die Ankunft in Zürich war auch etwas schwierig. Als erstes wurde Passagier Kühni ausgerufen, sich beim Desk 22 zu melden. Dort wurde ihr erklärt, dass es Hofer Hannelore leider, leider nicht bis in die Schweiz geschafft hat. Wir erwarteten ein bisschen ungeduldig unser Empfangskomitee, aber kein Mensch war da. Wir sassen traurig auf Wartestühlchen, als plötzlich das Komitee leicht verspätet und verschwitzt, in zwei Etappen die Treppe herunter stürmte.

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mussten sich auch die beiden Geschäftsführerinnen der Ferienfabrik scheiden lassen. Ebenso Chuck und Hofer Housi, seufz!

27.10.09 09:24

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ninja (29.10.09 18:14)
Hey, wow!!!

Dir heit ja ä mega geniali Reis gha!Dir sit ja krass im züg umecho. U di erläbniss aui... dasch de nid nüt!
I würd mau sägä, di ganzi Wäut isch iiversüchtig...
I weiss, ds geit mi nüt ah, dasch nid mis bier aber i wet öich gratuliere.

Ninja

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