back in Switzerland

Seit genau einer Woche sind wir zurück in der Schweiz, seufz… Der Start ist etwas holprig, aber wir werden uns schon zurechtfinden.

Vor fast drei Wochen, als wir das letzte Mal geschrieben haben, verliessen wir Cincinnati Richtung Philadelphia. Das Wetter war wunderschön und angenehm warm, schluchz… Ömel bei Tag. In der Nacht sah das Ganze etwas anders aus: Bei der Übernachtung in einem Wald starben Nora und Madeleine vor Kälte und ebenfalls Zelt Judy am nächsten Morgen. Wir mussten sie wegen übertriebener Nässe einschläfern und kremieren, heul! Dies brach Nora das Herz. Weil es so kalt war, fuhren wir früh los und sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang. In Philadelphia wohnten wir im Hostel und gingen am Abend ans Eishockeyspiel Flyers gegen Pittsburgh Penguins. Dort wurden wir als „poor assholes“ bezeichnet, was den Gesamteindruck des Abends etwas dämpfte. Trotzdem hatte Madeleine wahnsinnig Freude am Spiel.

Am nächsten Tag fuhren wir zu einem Couchsurfer, wo wir die zweite Nacht in Philadelphia verbrachten. Mit ihm und seiner Freundin gingen wir an eine Freakshow. Dort wurde anderem gegigampft auf einem Mann, der auf einem Nagelbrett lag, Feuer geschluckt im BH, Schnippeldippel bohrte sich mühsamst Nadeln durch die Nase und weinte und blutete dabei. Prinzessin Mens und Königin Periode hatten ebenfalls ihren Auftritt. Der Höhepunkt ist nicht in Worte zu fassen. Nur so viel: Je nach Geldbetrag durfte der Clownmaus die Banknote an einen bestimmtem Körperteil getackert werden.

Wir fuhren dann weiter nach Washington DC. Dort suchten wir nach dem Weissen Haus, fanden aber den Schnäbel und das Capitol. Dort schossen wir Terroristenfotos und sonstige gelungene Bilder. Madeleine kletterte tollkühn auf Statuen herum, welche die tragischen Szenen vom amerikanischen Bürgerkrieg darstellten.

Schliesslich fanden wir doch noch Obames Zuhause, das Weisse Haus. Der Empfang liess zu wünschen übrig. Weil es nicht, wie versprochen, ein Raclette gab, assen wir dann in der Küche der Jugi ein Fondue, inmitten einer Horde boy scouts, die uns danach grosszügig alles abwuschen.

Die letzte Nacht vor Kingston verbrachten wir in Newburgh in einem Cabin. Trotz Verbot kochten wir drinnen, was den Rauchalarm auslöste. Nach kurzer Aufregung beruhigten wir uns wieder und konnten doch noch fertig kochen und essen. Später fuhren wir mit Hilfe von der lieben Gina zum nächsten Kino, wo wir Tickets für „St. Trinians“ kauften und vorher noch schnell ins Starbucks wollten. Wir fragten Gina, wo das nächste sei, aber sie gab einfach keine Antwort mehr. Sie war gestorben. Tot. Wir versuchten alles, um sie wiederzubeleben, wir beatmeten sie, machten eine Herzrhythmusmassage, aber alles war vergebens. Der Schmerz war unendlich. Und wir verfuhren uns auf der Stelle. Nur mit viel Glück fanden wir wieder zum Kino. Der Film war sehr lustig, und wir waren ganz allein im Kinosaal.

Am 12. Oktober fahren wir wieder nach Kingston, um Jackie zu leeren und putzen und am nächsten Tag abzugeben. Stück für Stück entliessen wir alle unsere Mitarbeiter, einige erhielten eine fristlose Kündigung, was uns alles andere als leicht fiel. Adolf musste als erstes gehen, mit dem Abfall. Mitarbeiter wie Kocher Michel oder Elsbeth und Erika fielen in den Sozialplan, für sie wurde eine Übergangslösung gefunden. Sie dürfen weiterhin in Kingston tätig sein, wenn auch mit reduziertem Pensum von ca. 2%. Die Mitarbeiterin des Monats, Trudi, durfte mit in die Schweiz kommen und hat garantiert in den nächsten zwei Tagen einen Job. Die einsame Ingrid durfte ebenfalls visumfrei mit einreisen und hat einen Teilzeitjob von 2%. Somit hat sich unsere Ferienfabrik langsam aufgelöst, der Ruin stand kurz bevor.

Das wertvollste und wichtigste Stück der Fabrik, Jackie, musste am nächsten Tag daran glauben. Zusammen mit Lena und Steissi fuhr er zurück zu seinem früheren Arbeitgeber Hertz. Mit Tränen in den Augen mussten wir Abschied nehmen, nachdem wir noch für 32 Cent getankt hatten. Zum Trost kauften wir uns neue Mitarbeiter. Rollkoffer Hofer Hanelore, Täschchen Hofer Hanni und Necessaire Hofer Hanneli.

Das Ende unserer Reise wollten wir in New York verbringen. So fuhren wir nostalgisch mit dem Bus durch die traumhaft bunte Herbstlandschaft in die grosse Stadt. In New York stiefelten wir herum, das Wetter war zum kotzen, eiskalt und regnerisch. Wir shoppten verzweifelt (Wir dürfen nicht nach Hause, ohne dass Nora neue Schuhe gekauft hat!) und erfolgreich.

Am letzten Abend fuhren wir nach White Plains zu Ollies und Marlenas Eltern in deren tolles Künstlerhaus. Wir wurden lecker bekocht und verbrachten einen gemütlichen Abend.

Den späteren Abend verbrachten wir lustig mit Deutschen im Hostel. Er endete aber sehr unlustig, in einer kleinen Tragödie, weil das Ende jetzt da war, schluchz!

Am nächsten Morgen fuhren wir mit nervösen Mägen und sehr starken und heftigen Gefühlsschwankungen an den Flughafen. Der Flug war unangenehm und verstärkte den unendlichen Abschiedsschmerz von unserem wunderbaren, einzigartigen, unvergesslichen, unfasslichen, himmlischen, fabelhaften, herrlichen, bezaubernden, atemberaubenden, einmaligen, grandiosen, abgöttischen, fantastischen, abenteuerlichen und märchenhaften Roadtrip.

Die Ankunft in Zürich war auch etwas schwierig. Als erstes wurde Passagier Kühni ausgerufen, sich beim Desk 22 zu melden. Dort wurde ihr erklärt, dass es Hofer Hannelore leider, leider nicht bis in die Schweiz geschafft hat. Wir erwarteten ein bisschen ungeduldig unser Empfangskomitee, aber kein Mensch war da. Wir sassen traurig auf Wartestühlchen, als plötzlich das Komitee leicht verspätet und verschwitzt, in zwei Etappen die Treppe herunter stürmte.

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mussten sich auch die beiden Geschäftsführerinnen der Ferienfabrik scheiden lassen. Ebenso Chuck und Hofer Housi, seufz!

2 Kommentare 27.10.09 09:24, kommentieren

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Football Game, Pilgerhaus, New Bern, Cincinnati

Sehr verehrte Damen und Herren

Wir begrüssen Sie herzlich an Bord unseres Blogs. Es freut uns, Ihnen wieder einmal einen Input in unser Reiseleben zu geben. Wir bitten Sie, alle Mobiltelefone auszuschalten sowie sämtlichen elektronischen Geräte herunterzufahren. Gurten Sie sich an und geniessen Sie den Blog.

Eines der Highlights der letzten Woche war das Football Game in Albuquerque. Es spielten die beiden Universitäten des Staates New Mexico gegeneinander, also ein sehr wichtiges Derby. Dank unserem Campingnachbarn Paul kamen wir zu einer Handynummer und einer sogenannten Tailgateparty. Pauls Freund Joe lud uns ein, mit ihm und seiner Familie vor dem Spiel zusammenzusitzen, zu essen und zu trinken. Nach amerikanischem Brauch wird vor dem Spiel auf dem Parkplatz auf der Ladefläche der Pickups gegessen, getrunken und gefeiert.

Joe's Sohn Jason begleitete uns auf die Tribüne und VERSUCHTE (nicht sehr erfolgreich, was aber nicht an ihm lag), uns das Spiel zu erklären. Es war spektakulär und spannend, unsere Aggies waren lange im Rückstand, konnten kurz vor Schluss einen Touchdown erzielen, die Lobos erhielten 2 Sekunden vor Schluss die Riesenchance zum Sieg, trafen aber das Tor doch nicht. Das Spiel war ein Riesenspass, auch wenn wir bis zum Schluss die Regeln nicht wirklich begriffen haben. Es hatte zum Beispiel auch in der Luft herumwirbelnde Cheerleaders und Marschmusiken mit Tanzbattels oder ein Cowboymaskottchen, das auf das gegnerische Koyotenmaskottchen schoss...

Nach dem aufregenden Spiel kamen wir zurück auf den Campingplatz und wollten ins Zelt gehen. Es war offen und unsere Duvets Esther und Edith, Madeleines Seidenschlafsack Irène, unsere Kissen Fabrice und Loris sowie der Gaskocher Kocher Michel waren einem gemeinen Kidnapping zum Opfer gefallen. Überlebende waren der iPod von Nora, unsere Matratzen sowie Mrs. Blue, die schöne Faserdecke, Mister Green, die eklige Wolldecke und Judy, das Zelt. Auch die Box und die Kühlbox voll Essen und Geschirr, ebenso eine rumliegende Rumflasche kamen mit einem Schrecken davon.

Wir verbrachten eine kurze Nacht im Auto und gönnten uns am nächsten Morgen ein dickes Frühstück in einem Casino. Wir tranken Kaffee und Osaft, assen Speck, Eier, Toast, Rösti, Bohnen und Chili sowie Tortillas mit Käse. Gekostet hats 9.90!

Geholfen hats nicht, wir waren krank. Fiebrig fuhren wir weiter, kauften unterwegs neue Duvets (Erika und Elsbeth), neue Kissen, eine zusätzliche Faserdecke (Lady Red) und einen Gaskocher Michel 2.

Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir in geheizten Cabins, ernährten uns von Süppchen und schliefen uns gesund.

Gesund und busper fuhren wir nach Memphis. Elvis lebt, drum wäre es für nichts, 60 Dollar für einen Blick auf ein Grab auszugeben. Ebenfalls wäre es unhöflich, sein Haus und Schlafzimmer anzuschauen.

Wir logierten in einem richtigen Pilgerhaus, angekoppelt an eine Kirche. Die günstigste Jugi ever, konnte nur dadurch so günstig sein, dass man Hausarbeiten erledigen musste und für andere putzen sollte. Wir sündigten und taten dies nicht und gingen stattdessen an ein Konzert.

Am nächsten Tag schauten wir ein bisschen Memphis an und fuhren weiter Richtung Ostküste. Unser Ziel: New Bern. Als Altberner wurden wir herzlich willkommen geheissen und in die Geschichte des einzig wahren New Berns (von 56) eingeführt. Es wurde 1710 vom Berner Baron von Graffenried gegründet und zählt als offizielle Tochterstadt des originalen Berns. Wir wurden gefragt, warum der Berner Bär auf dem Wappen die Zunge rausstreckt. Diese Frage möchten wir gerne an Sie weiterleiten. Wer etwas weiss, soll bitte einen Kommentar schreiben. Auch wer es nicht weiss, darf gerne in einem Kommentar schreiben, dass er oder sie es nicht weiss!

Wir wohnten bei einem couchsurfer-Ehepaar, welches aus einer exzellenten Köchin und einem talentierten Monopolyspieler bestand.

Den nächsten Abend verbrachten wir in Greensboro, wo wir nach einem Kinobesuch zurück auf den Campingplatz kamen und von Weindegustatoren und Ritter eingeladen wurden. Wir versuchten Weine und probierten Kettenhemden an und gingen dann doch bald schlafen.

Am Sonntag fuhren wir nach Asheville, einer Künstler-Hippie-Stadt. Wir gingen mit einem anderen Hostelgast echtes Barbeque essen und in Madeleines Geburtstag reinfeiern. Zur Feier des Tages fuhren wir bei Regen bei Nacht mit offenem Cabrio nach Hause, und da wir sowieso schon nass waren, beschlossen wir, verbotenerweise in den Hot Tub zu hüpfen. Mit Weisswein stiessen wir einmal mehr auf Madeleines Geburtstag an.

Des Tages fuhren wir nach Cincinnati zu Familie Gassmann (Madeleine war in jungen Jahren in Burgdorf Babysitter der Kinder Giulia und Flynn). In London (Kentucky) machten wir einen Zwischenhalt im Starbucks. Gassmanns emfingen uns herzlich mit einem Raclette und zeigten uns die stadtbesten Glaces (mit Güeziteig). Im Gegenzug stahlen wir ein Flynnplakat.

Heute gingen wir shoppen und skyline chili essen (Cincinnatispezialität: Hot Dog mit Chilihackfleisch und Unmengen Käse), das Cincinnati Art Museum anschauen und die Stadt von oben.

Nachdem wir die Kinder von der Schule abgeholt hatten, gingen wir in einen Halloweenladen, wo es von abgehackten Köpfen über blutige Messer, menschliche Herzen, grillierte Finger, Kostüme, Masken, Perücken und Brillen aller Art bis zu rauchnenden und sprechenden Halbtoten alles gab. Am Abend gingen wir zu dritt für 5.25 ins Kino (alle Eintritte zusammen).

Morgen fahren wir los Richtung Philadelphia für unser Hockeyspiel.

Wir hoffen, Sie hatten eine angenehme Unterhaltung. Sie dürfen sich somit wieder abschnallen und Ihre Geräte wieder aufstarten.

Zum Schluss möchten wir noch unsere Mitarbeiterin des Monats, Trudi Rindlisbacher (Autoschlüsselanhänger), ehren. Als treuste unserer Mitreisenden steht sie uns Tag und Nacht tatkräftig zur Seite. Trotz ihrer psychischen Instabilität legt sie für uns ein riesiges Engagement an den Tag. Wir sponserten ihr als Preis ein Fotoshooting. Ausserdem bekam sie einen Früchtekorb von uns. Nächstens werden auf facebook die entstandenen Fotos veröffentlicht. Trudi, we love you!

Liebe Grüsse

Nora und Madeleine

(Laura and Natalie, nach Starbucks)

3 Kommentare 7.10.09 08:15, kommentieren

national parks

hallo

wieder einmal ein blog ohne himmlischen unterton…

seit unserem letztem blog haben wir vier nationalparks besucht. nach san diego fuhren wir in den joshua tree national park. dort sahen wir kakteenbäume und gesteinsgebilde. der park ist in der wüste und es war wahnsinnig heiss. am abend nahmen wir deshalb im dunkeln ein einsames bad im swimming pool vom campingplatz und schliefen dann zum ersten mal unter freiem himmel. am morgen kurz vor sonnenaufgang war die einzige angenehme zeit, bevor es schon wieder richtig heiss wurde.

wir fuhren als nächstes nach las vegas. las vegas ging uns ziemlich schnell auf den geist, weil alles so kulissenhaft und übertrieben ist. das höchste der gefühle war beim spielen der gewinn von 20.65 aus 3 dollar.

am samstag besuchten wir dann das konzert der yeah yeah yeahs. der saal war versteckt unter einem casino. wir konnten fast zuvorderst stehen und es war super, das frölein rockte, der absolute wahnsinn! sie rettete das image von las vegas…

der montag war dann einer der eindrücklichsten tage unserer reise. den sonnenaufgang sahen wir beim grand canyon und den sonnenuntergang im monument valley. vom zelt aus sahen wir direkt auf die marlborohügeln. vor sonnenuntergang spazierten wir dann näher zu den hügeln und konnten ihn ganz allein geniessen. am morgen sahen wir aus dem zelt heraus den sonnenaufgang hinter den hügeln…

via four corners fuhren wir an diesem tag nach mesa verde. zusammen mit vielen anderen touristen sahen wir die unter felsen gebauten ruinen an. in der nacht wurde es eisig, eisig kalt. hier eine liste davon, was wir alles trugen: socken, stülpen, strumpfhosen, leggins, pijihosen, unterleibchen, langärmliger unterzieherrollkragenpullover, t-shirt, jäggli, regenjacke, mitli, halstuch, zweites halstuch um die ohren. darüber: seidenschlafsack, frotteetuch, decke, faserpelzdeche, wolldecke und zelt. erfroren sind wir trotz allem…

der letzte nationalpark war der arches national park. wir spazierten in der abenddämmerung um verschiedene steinbögen herum und übernachteten in einer schlucht, direkt am colorado river.

jetzt sind wir in bernalillo, new mexico und wollen morgen ein american football game schauen gehen. zudem organisierten wir sehr zur freude von madeleine tickets für das nhl spiel philadelphia flyers gegen pittsburgh penguins! auch nora freut sich solidarisch…

eigentlich wollten wir heute in ein drive-in cinema gehen, aber es klappt wieder nicht, weil auch dieses nicht mehr offen hat.

von den vielen durchfrorenen nächten sind wir beide ein bisschen am kränkeln und hoffen, bald wieder wärmere nächte oder ein richtiges dach über dem kopf zu haben.

bis sehr bald!

nora und madeleine

25.9.09 22:47, kommentieren

Heiliger Diego

Hulde Gefolgschaft

Die Pilgerinnen melden sich zurück aus der Stadt des Heiligen Diego. Viel ist uns seit unserer letzten Botschaft widerfahren, und wir brennen darauf, euch darüber zu berichten.

Als erstes möchten wir ein Kränzlein winden all jenen, die uns Bekanntmachungen zukommen liessen! Insbesondere möchten wir danken Pater Ulrich Fritz aus dem Dorfe oberhalb der Burg und Schwester Maria Lena aus der helvetischen Hauptstadt. Sie zählen zu den treusten Schriftsetzer unserer Anhänger. Alle anonymen Leser, die noch nichts von sich haben hören lassen, sind somit aufgefordert, unsere Schriften zu kommentieren. Schwarzleser werden Busse erfahren!

Und nun des Berichtes Hauptteil: Wir residierten bei der Base zweiten Grades Marlena, deren Gemahl Paul, sowie Hündin Lucy in Cambria am Ufer des Friedlichen Ozeans. Die Gastgeber hausen auf einer Avocadoplantage. Wir durften einer Führung durch die Avocadohaine beiwohnen und kamen in den Genuss von erntefrischen Avocados. Zudem gewährten sie uns das Pflücken eines kleinen Vorrats. Mit der Dame des Hauses begaben wir uns auf eine Spazierfahrt mit Tretrossen. Die sportive Base zweiten Grades schnitt ein horrendes Tempo an und die Fräuleins folgten mit Müh und Not. Am Ozean angelangt, prüften wir die Wassertemperatur mit den grossen Zehen und besiegelten, dass diese viel zu niedrig ist.

Marlena verliess uns und so rollten wir in gemächlichem Tempo weiter. Als erstes wurde Koffein mit Schaum genossen und dazu ein Zitronenleckerbissen. Danach halfen wir aktiv, der amerikanischen Wirtschaftskrise entgegenzuhandeln und erstanden mehrere prächtige Gewänder.

Am späteren Abend wurde gespeist aus dem Lande unterhalb Amerikas, selbstredend mit frischen Avocados. Des Nachts verzehrten wir kalifornische Spezialitäten, die wir in der Stadt des Heiligen Franziskus als milde Gabe empfangen haben.

Einige Zeit, nachdem die Sonne sich wieder in das himmlische Königreich erhob, erhoben auch wir uns aus unserem emporragenden Himmelbett und verliessen nach einem kräftigenden Mittagessen das Dorf am Ozean.

Wir durchquerten die Wüste, Orangenplantagen und Pfirsichhaine und erreichten den Yosemite Nationalpark. In dieser kalten Nacht ist Schwester Maria Eleonora wirklich erkaltet und Schwester Maria Magdalena auferstand mit einer schweren akuten Erkältung einschliesslich tussus quinta, auricula ulla ulla und Jammeritis chronica. Erstere kümmerte sich aber mit viel Herzblut um sie und brühte heilende Milchsäfte. Aus gesundheitlichen Gründen verbrachten wir die nächste Nacht in einer beheizten Waldhütte mit anderen Pilgern (eine Herberge für Jugendliche).

Nach einem Kur- und Ruhetag und gelungener Genesung fuhren wir unsere Reise fort in den Sequoia Nationalpark. Die immensen Baumpflanzen kamen unglücklicherweise der erdrückenden Anzahl (germanischen) Urlauber wegen nicht gänzlich zur Geltung. Dank einer barmherzigen Urlauberinformantin kamen wir aber zu einer erholsamen, menschenarmen und lehrreichen Promenade durch das hochgewachsene Gehölz.

Die Reise führte uns weiter in die fesselnde Stadt der Engel. Wir durften residieren bei Vetter zweiten Grades Frau‘s Bruders Gefährtin Han. Die Residenz zu finden erwies sich als äusserst nervenaufreibend und diffizil. Die Stadt der Engel war für die beiden Schwestern ein Stück zu gross, um sich zu orientieren. Selbst Gina Paris Sandy, unsere treue Gefährtin in Form einer satellitengesteuerten Gerätschaft, liess uns im Stich. Als die Finsternis schon lange angebrochen war, erreichten wir kurz vor der Bestürzung den äusserst charmanten und mexikanisch angehauchten Wohnsitz unserer Gastgeberin mit Terrasse, die Ausblick über die ganze Stadt bot. Das Himmelsgewölbe über der Stadt war des unsichtbaren Feuers ringsum wegen durch Asche verschleiert.

Die Hausherrin nahm uns tags darauf mit an die Schau der finalen Projekte der angehenden Akademiker der Architektur der Stadt der Engel, wo wir unser Auge mit Interessantem und Zukunftsweisendem der Baukunst schulen durften. Wir erweiterten unseren Horizont zudem im Museum für Zeitgenössische Kunst (MOCA). Hierzu haben wir folgendes zu beichten: Wir missachteten Gebot Nummer 8 und gaben vor, Studenten an der Universität GIBB zu sein. Dadurch erlangten wir einen ungerechtfertigten Rabatt. Wir sind bereit, für diese Sünde Busse zu tun.

Tags darauf besuchten wir den sandigen Ort, wo Land und Wasser aufeinandertreffen und gönnten uns einen Sprung ins angenehm kühle Nass des Friedlichen Ozeans. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Sonnbaden und Genuss des koffeinhaltigen Getränks.

Unsere Pilgerfahrt führte uns gestern in die Stadt des Heiligen Diego, die wir in unsere Herzen geschlossen haben als eine der wundervollsten Städte des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten. Nach einem weiteren Tag mit reger Beteiligung für eine positive Bilanz der weltweiten Wirtschaftslage (mir si ga shoppe&hellip, geniessen wir jetzt die kühle Sommernachtsluft und werden später zu einem Weizensaft den Tag ausklingen lassen.

Gebenedeit seien die Früchte eurer Leibe! Amen.

Schwester Maria Eleonora

Schwester Maria Magdalena

2 Kommentare 16.9.09 07:12, kommentieren

Heiliger Franziskus

 

Liebe Gemeinde

Wir schreiben Ihnen heute aus der Stadt des Heiligen Franziskus, die wir über die Brücke des Goldenen Tores betreten haben. Wir liessen uns nieder bei Alexander (Vetter zweiten Grades Frau‘s Bruder) dem Coolen. Die Wohngemeinschaft nahm uns herzlich auf und führte uns ein in die nächtlichen Tätigkeiten der Heiligen Stadt. Wir auferstanden am nächsten Morgen und beschauten die Stadt. Wegen auswärtiger Gesellschaft (Vetter zweiten Grades Frau’s Bruders Hausgenossen‘s Bruder) siedelten wir gestern um zu Vertrauten des Hauses (Vetter zweiten Grades Frau’s Bruders Schwester‘s Gefährten). Heute verlassen wir die Stadt und reisen südwärts zur Base zweiten Grades und deren Gemahl.

Nach unserer letzten Botschaft pilgerten wir weiter ins kanadische Vancouver im Staate Britisch Kolumbien. Dort logierten wir in einer Reisendenherberge. Wir lernten andere Pilgerer kennen, einen Landsmann und einen germanischen Förster und später einen Niederländer. So stiessen wir auf eine Gruppe jugendfrischer Reisenden und durften sie in verschiedene Musikgaststätten begleiten. In einer davon führten wir uns den Auftritt einer zeitgemässen Kapelle zu Gemüte. Am nächsten Tag liehen wir Fahrräder aus und traten um den Stanley Park, um die Hirnkästen zu durchwehen.

Auf dem Seeweg fuhren wir bei Sonnenaufgang auf die Vancouver Insel und dort nach Victoria. Nach einem kalorienhaltigen, kraftvollen Frühstück ergründeten wir das idyllische Städtchen und wir promenierten entlang des Hafens. Bei Sonnenuntergang wurde am Wasser meditiert und Gebrautes genossen.

Bei Tagesanbruch verliessen wir die Stadt und liessen uns zurück nach Vancouver verschiffen. Mit unserem Personenkraftwagen begaben wir uns weiter nach Portland. Die Reise endete bei Franco, einem Ruhbettgastgeber. Die Liege erwies sich als äusserst komfortabel und wir sanken in einen langen, tiefen Schlaf.

Bei fortgeschrittenem Tageslicht beschlossen wir, unsere kulturelle Reise zu erweitern und organisierten die Audienz der Musikaufführung der Ja Ja Jas in der Sündenstadt Die Ebenen.

Die Lustfahrt ging weiter Richtung Süden. Unterwegs trafen wir das erste Mal auf den Friedlichen Ozean. Auf einem Fernblickpodium kamen wir zum Stillstand und bewunderten den atemberaubenden Landesteil. Patrouillierende Ordnungshüter hielten diesen Moment in einem Lichtbild für die Ewigkeit fest. Der Küste entlang kutschierten wir nach Brookings. Wir liessen uns nieder und verbrachten zu einem aufschlussreichen Bildstreifen einen behaglichen Abend.

So fuhrwerkten wir schlussendlich über die Brücke der Goldenen Pforte in die Stadt des Heiligen Franziskus.

Amen

Nachruf: Bei allem Frieden auf Erden möchten wir darauf hinweisen, dass Randbemerkungen Ihrerseits mehr als nur erwünscht sind (aufgewühlter Tonfall…!)

6 Kommentare 6.9.09 09:48, kommentieren

Rodeo

grüesseeech!

nach idaho falls fuhren wir nach twin falls auf einen campingplatz. in twin falls gibt es wieder mal wasserfälle, also schauten wir uns die shoshone falls und die twin falls falls an.

ein kleines anekdötchen aus dem supermarkt: wir kauften eine tonne gemüse und fröleinbier. wir mussten an der kasse einen amerikanischen pass oder eine amerikanische id vorweisen, hatten aber nur die schweizer ids dabei. diese zählte nicht, so holte nora ihren schweizer pass aus dem auto. um das bier zu bezahlen, zückte sie die kreditkarte, die leider von einer schweizer bank ist und deshalb nicht erkannt wurde. also wollte madeleine mit ihrer karte zahlen, dafür hätte sie aber einen pass gebraucht. die schlange hinter uns wurde immer länger und das kassenfrölein holte immer mehr personal dazu ("it has to be an american passport!", "welcome to the united states of america!" und wir wollten doch nur noch zahlen und gehen. wir verfluchten und beschimpften kurzerhand das frölein in einem sehr freundlichen ton auf schweizerdeutsch, fühlten uns dann etwas besser, zahlten bar und gingen.

am mittwoch fuhren wir nach kennewick zu teresa-mom, einer 52jährigen couchsurferin. sie sagte uns, wo man die besten apple pies essen kann, was wir sofort taten. dann gingen wir an ein rodeo. das goboifrölein neben uns erklärte uns alles und wir sahen eine show und ein spektakel. wir waren immer wieder von neuem gespannt, was wohl als nächstes kommen wird. die gobois ritten wilde pferde, wilde bullen, fingen mit den lassos junge kälblein und rissen junge bullen an den hörnern zu boden. dazwischen ritten 3-5jährige minigobois und cogörls schafe und fröleingogörls ritten im affentempo durch das stadion... beim anschauen von umherfliegenden gobois und gefesselten und geknebelten kälblein litten wir fest mit... aber es war super!

jetzt sind wir in seattle in einem hostel in einem achterschlag, soeben hat es ein gratis znacht gegeben und später gehen wir raus die stadt anschauen.

wir freuen uns über jeden kommentar  (auffordernder tonfall...)!

nora und madeleine

4 Kommentare 28.8.09 06:00, kommentieren

national parks

liebe leute

nachdem wir bei wade übernachten durften, schauten wir auf seinen rat hin in sioux falls noch den david von michelangelo an (es gibt auf der welt zwei exemplare davon. eines in florenz, das andere in sioux falls...) und die sioux falls an, ein wasserfall in einem sehr schönen park.

dann fuhren wir richtung badlands. die landschaft mit all den farbigen bergen ist sehr schön. wir finden einen camping mitten in den badlands und übernachten dort. um 3 uhr stehen wir auf, um den sonnenaufgang zu schauen. wir packen bei nacht unser zelt ab und fahren durch die dunklen badlands. bei einem aussichtspunkt legen wir uns mit decken und kissen auf den rücken und sehen tausende sterne. als es immer heller wird, wechseln wir die position und legen uns auf den bauch mit blick richtung sonne. plötzlich hupt ein auto, und als wir davon aufwachen, steht die sonne schon am himmel und der parkranger fordert uns auf, zu packen und zu gehen...

wenigstens sind wir früh dran und wir sehen sonst noch schöne landschaften in der morgensonne.

als nächstes fuhren wir zum mount rushmore, wo wir die vier präsidenten sahen und unter ihnen frühstückten.

am gleichen tag sehen wir auch noch den devils tower und am abend essen wir steaks.

am nächsten tag machen wir erste erfahrungen mit der wüste. die tatsache, dass wir nur noch zwei tankstrichli hatten, machte das ganze etwas spannender... am abend zelteten wir im grellen scheinwerferlicht vom burger king auf einem campingplatz in cody.

am freitag fuhren wir in den yellowstone nationalpark. wir sahen hautnah bisons, blubbernde löcher, rauchende felsen, stinkende landschaften und kochende pfützen... wir waren ganz fasziniert von dem naturschauspiel...

wir übernachteten im yellowstone, sozusagen mit bären, deshalb mussten wir all unser essen im auto lassen. und wir durften nicht einmal abwaschen.

am nächsten tag gingen wir den old faithful anschauen und fuhren in den grand teton nationalpark. wir übernachteten auf einem campingplatz wo wilde hirsche um unser zelt liefen und wo wir von einem aggressiven eichhörnchen mit tannzäpfen bombardiert wurden... ausserdem sind wir in der nacht erfroren...

jetzt sind wir in idaho falls. unsere nächsten ziele sind ein rodeo in kennewick, ein autokino und seattle und vancouver...

liebe grüsse von den cowgirls

5 Kommentare 24.8.09 02:47, kommentieren


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